Login Kontakt

70 Jahre Abendgymnasium Kassel

70 Jahre AG Kassel

HNA KS, 25.7.2016

Verabschiedung des Schulleiters

HNA, 25.07.2014

HNA, 21.12.2013

 

 

Oktober 2010

Fast jeder im Stadtteil kennt das markante grüne Gebäude des Goethe-Gymnasiums an der Ecke Ysenburgstraße - Weserstraße. Weniger bekannt ist, dass in diesem Gebäude zwei Schulen beheimatet sind.

VON CHRISTINA GUNKEL, LEHRERIN DER ABENDSCHULE KASSEL

Wenn im Laufe des Nachmittags die Goetheschüler ihren Lernort verlassen, säubern die Reinigungskräfte schneller als anderswo die Klassenzimmer und Flure. Gegen 17 Uhr strömen schon wieder junge und ältere Erwachsene mit Rucksäcken oder Schultaschen in das grüne Gebäude, denn um 17:15 Uhr beginnt der Unterricht der Kasseler Abendschule.

Eine der Schülerinnen ist Manuela Thomas. Sie ist 22 Jahre jung und holt zurzeit an der Abendschule Kassel ihr Abitur nach.

Keine leichte Aufgabe für die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation, die in der öffentlichen Verwaltung in Kassel tätig ist.

„Ich habe mir schon lange gewünscht die Hochschulreife zu erlangen, aber ich traute mir damals den Wechsel von der Realschule in den Gymnasialzweig nicht zu, aus Angst den Anforderungen und Erwartungen nicht gerecht zu werden."

Nach ihrer Ausbildung entschied sie sich für die Abendschule. Nun arbeitet sie Vollzeit und geht nach der Arbeit direkt zur Schule, die zweimal pro Woche bis 21.45 Uhr dauert.

„So ist die Freizeit eingeschränkt und auch mit Freunden kann man sich nicht einfach spontan verabreden", sagt Manuela, aber sie ist sich gewiss, dass es ihr für ihren weiteren Lebensweg von großem Nutzen sein wird. Mit dem Abitur erhofft sie sich bessere Berufschancen, sie will die hessische Verwaltungsfachhochschule besuchen, um in den gehobenen Dienst zu wechseln. Aber auch ein Hochschulstudium ist nicht ganz ausgeschlossen. „Ich habe dann ja alle Möglichkeiten", sagt Manuela.

 „Auch wollte ich damit denjenigen, die mir das nötige Durchhaltevermögen nicht zutrauten, beweisen, dass man es schaffen kann, mit etwas Anstrengung und Disziplin sein Ziel zu erreichen."

Nun wird Manuela auch von ihrer Familie unterstützt, die stolz auf die junge Frau ist.

Manuela Thomas lernt, wenn in ihrem vollen Terminkalender noch Platz ist. Sie hat sich sogar noch die Zeit für zwei Stunden Nachhilfe in Mathematik genommen, ihrem Horrorfach, und, wie sich an der Note zeigt, mit gutem Erfolg. „Lernen zahlt sich eben aus". Hausaufgaben und Referate werden am Wochenende erledigt. Lektüre auch schon mal abends oder in der Mittagspause; „wie's grade passt".

Alles in allem bleibt aber nicht mehr so viel Zeit wie früher für Familie und Freunde, besonders vermisst sie ihren Gospelchor: „Aber das wird später wieder nachgeholt".

Andererseits hat sie durch die Schule aber neue Freunde und interessante Menschen kennen gelernt und inzwischen ist sie sich sicher, dass sie die Schule keinesfalls mehr missen möchte.

Manchmal macht die Schule auch richtig Freude, z.B. der Besuch fremdsprachlicher Theateraufführungen, die Klassenfahrt oder die Projekttage zum Thema „Nahostkonflikt".

In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat sie viele Mitschüler kommen und gehen sehen. Einige haben aufgegeben, die meisten aus beruflichen Gründen.

Einige ihrer Mitschüler sind im Sommer dieses Jahres mit der Fachhochschulreife abgegangen und studieren jetzt an der Universität oder machen eine Ausbildung.

In einem halben Jahr beginnen die Abiturprüfungen. Dann wird sie fast ihren ganzen Jahresurlaub nehmen, um sich darauf vorzubereiten. Aber bei all der Mühe und den Belastungen erinnert sich Manuela gerne daran, dass in der Schule immer noch etwas Platz war für „die schönen Dinge des Lebens". So z.B. die Grillfeten der Klasse, das Wochenende am Edersee, gemeinsam mit der Parallelklasse und einigen Lehrerinnen und Lehrern, und die Fahrt nach London, die jedes Jahr von der Abendschule durchgeführt wird.

Besonders aber freut sich Manuela auf die Fahrt nach Paris, die in diesem Frühjahr stattfinden wird. Denn an dieser werden nicht nur ihre Abendschulklasse teilnehmen sondern auch die Studierenden des Hessenkollegs (das diese Fahrt organisiert), mit denen sie gemeinsam über die letzten zwei Jahre Französischunterricht hatte.

Gelohnt hat sich der Schulbesuch aber bereits jetzt: Manuela hat, wie ihre Mitschüler, bereits seit einem halben Jahr ihre Fachhochschulreife in der Tasche: „Es ist schon eine tolle Sache, dass man hier kostenlos sein Abitur machen kann."

 

Verabschiedung des stellvertretenden Schulleiters

HNA 11.02.09

Abschied

 KASSEL. Der langjährige stellvertretende Schulleiter der Abendschule Kassel, Studiendirektor Herbert Zimmer, ist zum Semesterwechsel in den Ruhestand verabschiedet worden. Er unterrichtete seit dem 1. Februar 1975 die Fächer Mathematik, Physik und Sport und wurde 1988 zum stellvertretenden Schulleiter ernannt. Diese Aufgabe habe er „mit großem Einsatz, Umsicht, Organisationstalent und pädagogischem Geschick ausgeführt“, so Eckhardt Wagner, der Schulleiter der Abendschule und des Hessenkollegs Kassel während der Abschiedsfeier des Kollegen. Zimmer sei stets ein „kompetenter, verlässlicher und engagierter Lehrer“ gewesen, der sich um seine Studierenden bemüht und sich vor allem für die Belange der förderungsbedürftigen Studierenden eingesetzt habe, so Wagner. (chr)

 

 

Lernstress in der Kanzlei

Johanna Bach holt an der Abendschule ihr Abi nach
(FAZ, 28.11.07)

Der große Schreibtisch liegt voll mit Akten. Immer wieder durchdringt das schrille Klingeln des Telefons den Raum. Die junge Frau mit dem blonden Pferdeschwanz wird aus ihrer Arbeit gerissen. Es ist bereits drei Uhr am Nachmittag, und sie muss neben ihren Akten auch die Englisch-Hausaufgaben erledigen und den Stoff für die Matheklausur noch einmal durchgehen. Sie muss sich beeilen, wenn sie alles vor Feierabend schaffen will. Das bedeutet Stress.

Johanna Bach ist 29 Jahre alt und holt in der Abendschule ihr Abitur nach. Keine leichte Aufgabe für die Frau, die als Notariatsangestellte in einer großen Anwaltskanzlei in Kassel arbeitet. Auf der anderen Seite weiß Johanna Bach, wofür sie das alles in Kauf nimmt. "Mit dem Abi möchte ich meine Zukunftschancen verbessern und eventuell noch studieren" sagt sie. Als Jugendliche habe sie nie in Erwägung gezogen, die Hochschulreife zu erwerben, „Ich wollte unbedingt auf eigenen Beinen stehen und Geld verdienen. Heute denke ich, dass es auch eine Trotzreaktion gegenüber meinen Eltern war, die mich gerne als Abiturientin gesehen hätten", erklärt sie mit ihrer tiefen Stimme.

Um mehr Zeit zum Lernen zu haben, hat Johanna Bach die Kanzlei gewechselt. Nun hat sie einen Tag in der Woche frei. "Den Tag vor einer Matheklausur nehme ich mir meistens zusätzlich frei, damit ich den Stoff noch mal in Ruhe durchgehen kann. Sonst würde ich es gar nicht schaffen". Acht Stunden im Büro arbeiten und danach teilweise noch bis 21.45 Uhr Schule, das schlaucht. So ist ihre Freizeit sehr eingeschränkt. Samstags bügelt, putzt und  wäscht sie und erledigt all die anderen Hausarbeiten, der Sonntag gehört schon wieder den Hausaufgaben.

Bevor Johanna mit der Abendschule begonnen hat, spielte sie Handball im Verein. "Mir hat der Sport viel Spaß gemacht, aber irgendwann hat einfach die Zeit dafür gefehlt." Um ihre Kondition noch ein wenig zu halten, geht sie am Wochenende manchmal ins Fitnessstudio. "Früher war ich fast jedes Wochenende mit meinen Freunden unterwegs", erzählt sie. "Jetzt bin ich froh, wenn ich zu Hause bin und einfach mal die Beine hochlegen kann." Viele ihrer Freunde haben sich von ihr abgewendet, weil sie kein Verständnis für ihre Extratour hatten. "Aber meine wahren Freunde stehen das mit mir zusammen durch. Jedoch denke ich, dass außer meinem Freund keiner wirklich nachempfinden kann, wie viel Stress die Abendschule bedeutet" sagt sie. "Mein Freund ist sehr stolz auf mich und unterstützt mich, wo er nur kann. Dafür bin ich sehr dankbar."

Manchmal bricht Johanna Bach ungewollt in Tränen aus, weil sie glaubt, dem Stress nicht mehr standhalten zu können. Ein anderes Mal freut sie sich riesig über die gute Note, die sie in einer Klausur erreicht hat. In ihrer letzten Deutschklausur hatte sie zwölf Punkte, und damit das beste Ergebnis in ihrer Klasse. "Ich habe mich unheimlich darüber gefreut, weil Deutsch nicht zu meinen stärksten Fächern gehört und ich nach der Arbeit ein sehr schlechtes Gefühl hatte." In den vergangenen drei Jahren hat sie viele Mitschüler kommen und gehen sehen. Einige von ihnen haben aufgegeben, weil der Stoff zu schwer war und sie nicht bereit waren, genügend zu lernen. Ein anderer Mitschüler musste abbrechen weil er eine Stelle gefunden hatte und sein Arbeitgeber ihm ausdrücklich untersagte, die Abendschule; weiter zu besuchen - er sollte dem Betrieb uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Johanna möchte die Abendschule nicht mehr missen. In einem halben Jahr hat sie es voraussichtlich geschafft. Dann wird sie wissen, ob sich der Stress gelohnt hat.

Carolin Härtung, Georg-Christoph-Lichtenberg-Schiule, Kassel-Oberzwehren

 

 

Kinderbetreuung, der VKSAK

Mama lernt, die Kleinen spielen  (HNA 12.12.02)

Der Verein VKSAK betreut die Kinder von Studierenden der Abendschule

KASSEL. Nusret Tumani (36) besucht seit zwei Jahren die Abendschule in der Ysenburgstraße. Als Mutter zweier Kinder im Vorschulalter hatte sie dabei vor allem bisher ein Problem: Wer beaufsichtigt ihre Sprösslinge, während sie die Schulbank drückt?

Außer dem organisatorischen und dem finanziellen Aufwand gab es für Frau Tumani immer noch ein weiteres Problem: Fehlzeiten. Denn wenn sie niemanden zur Betreuung fand, konnte sie nicht zur Schule. Insgesamt hat die junge Frau so ein ganzes Semester versäumt. Das passiert seit September nicht mehr. Denn während Mama von 17.15 bis 20.15 Uhr lernt, spielen die Söhne Can (5) und Ali (9) gleich nebenan in einem Pavillon des Goethe-Gymnasiums - bestens betreut von Tülinay Ürkmez und Jennifer Pfetzing. Die beiden jungen Frauen wiederum sind Schülerinnen des Fröbelseminars, angehende pädagogische Fachkräfte also.

Über 60 Prozent Frauen besuchen die Abendschule, so deren Leiter Winfried Biener. Viele hätte Kinder und also die gleichen Sorgen wie Nusret. Gemeinsam mit dem ehemaligen Absolventen der Abendschule Roland Zach gründete Lehrer Kurt Wölfl den Verein für Kinderbetreuung für Studierende der Abendschule in Kassel (VKSAK). Er bietet derzeit Betreuung für sechs Kinder.

Mit dabei auch die Stadt, die das Projekt mit 36 Euro pro drei Stunden täglich für beide Erzieherinnen finanziert. Dadurch wolle man die Voraussetzung dafür schaffen, dass vor allem Frauen durch Schulabschluss den Sprung in die Erwerbstätigkeit schafften, erläuterte Bürgermeister Ingo Groß anlässlich eines Pressegesprächs in der Ysenburgstraße, bei dem VKSAK seine Arbeit vorstellte.

Die Nachfrage, das zeichne sich ab; sei groß, berichtete Tunami. Um zwei weitere Kinder könnte die Gruppe noch aufgestockt werden. Und wenn der Bedarf weiter steige und dann auch noch mehr Betreuerinnen nötig würden, könne man auch über diese Finanzierung reden, so Groß abschließend. (POM)

Infos über die Betreuungsangebote unter 87 40 54.

 

 

 

Schulfesterlös für kranke Kinder (HNA)

Junge Leute feierten und vergnügten sich. Profi-Künstler verzichteten auf ihre Gage. Krebskranken Kindern kommt der Erlös zugute: Schulfest der Abendschule für Erwach­sene.

VELLMAR ■ Wenn wir uns freu­en und guter Dinge sind, sollten andere ein Stück davon abbe­kommen, sagten sich die Studie­renden der Abendschule für Er­wachsene in Kassel. Und so ent­schlossen sie sich, den Erlös ih­res Schulfestes am Freitagabend dem Verein für krebskranke Kinder Kassel zu spenden.

Dessen Vorsitzende Elke Pferdmenges strahlte dann na­türlich auch, als ihr eine Spende von 2000 Mark übergeben wur­de. Dieser Betrag soll dafür ver­wendet werden, erklärte sie, die Einrichtung des „Klinikclown" voranzutreiben. Es habe sich nämlich gezeigt, dass die an Krebs erkrankten Kinder durch die Spaße dieser buntgekleide­ten Besucher in ihrem schweren Krankenhausalltag einige frohe Stunden erfahren.

Schulleiter Winfried Bienert und der Sprecher der Studieren­denvertretung Roland Zach hat­ten zu Beginn die erwartungs­frohen Kommilitonen begrüßt. Stadträtin Jutta von Both über­brachte die guten Wünsche der Stadt Kassel und verwies auf die Bedeutung dieser seit rund 50 Jahren bestehenden Einrichtung

400 Studierende, davon 60 Prozent Frauen, sind laut Auskunft des Schulleiters derzeit eingeschrieben, um sich weiter zu qualifizieren. Möglich sind der Haupt-und Realschulabschluss sowie das Abitur. Neben dieser Aufgabe sei es Auftrag der Abendschule, die Integration der Studierneden zu fördern, wichtig gerade wegen derSpätaussiedler unter den Absol­venten, so Direktor Biener.

Das Staatstheater Kassel trug wesentlich dazu bei, das Schulfest im Bürgerhaus Obervellmar zu einem Erfolg werden zu lassen. Die Sopranistin Lona Culmer-Schellbach und der Te­nor Fernando Cobo traten ge­meinsam mit Sigmar Steddin am Klavier mit  Arien und Lie­dern auf und verzichteten auf eine Gage. Herzlicher Beifall dankte den Künstlern für ihre Darbietungen und die noble Geste.

Ein leckeres Büffet, später Live-Musik mehrerer Bands, viele Gespräche und Begegnun­gen hatten ebenfalls Anteil an diesem fröhlichen Fest. Kuriosum am Rande: Wie Winfried Biener berichtete, musste die Schule einigen Arbeitgebern schriftlich bestätigen, dass es sich bei dem Fest um eine schu­lische Veranstaltung handelt. (hna)

zum Seitenanfang

Aktuelles

Schuljahresbeginn

Neue Kurse ...


Das Schuljahr hat am...


Veranstaltungsnachlese

Feste, Theater, ...
3/2011-12/2018


Informationsveranstaltung

am Mittwoch, 06.11.2019, um 19.00...

Akzeptieren. Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie unter Datenschutzerklärung.